Unternehmen wollen bessere Förderpolitik für Kreislaufprozesse
Luzern/Rotkreuz ZG - Die Investitionen von Unternehmen in Kreislaufprozesse bleiben trotz des ökonomischen Nutzens hinter den Potenzialen zurück. Wie das Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern in seiner ESG-Studie zeigt, wünschen sich Firmen eine koordiniertere Regulierung.
Neun von zehn Unternehmen im deutschsprachigen Raum investieren in Nachhaltigkeitsprojekte. Doch während für sie klassische Compliance-Ziele nach wie vor relevant sind, gewinnen Sozialthemen und Umweltfaktoren zunehmend an Bedeutung. Das zeigt die aktuelle ESG (Environment, Social, Governance) Reporting-Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ), das zur Hochschule Luzern gehört. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit BDO Schweiz, Talentia Software und CRIF Schweiz erstellt.
Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werden die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz immer wichtiger, heisst es dazu auch in einer Mitteilung. Gleichzeitig bringe die Reduktion der CO2-Emissionen finanzielle Vorteile. Doch obwohl die Kosten für proaktive Steuerung und Prävention geringer seien als Nichtstun und Abwarten, seien viele Unternehmen nur unzureichend vorbereitet.
Rund jedes vierte Unternehmen gibt an, bereits heute von der Klimakrise betroffen zu sein. Dennoch sind nach Auskunft von Studienautorin Dr. Ute Laun in den Unternehmen Szenarioanalysen und Resilienztests für das eigene Geschäftsmodell bisher zu wenig verbreitet. «Ein Risikomanagement ohne Klimaszenarioanalysen ist wie eine Alarmanlage, die nicht scharf geschaltet ist», so die Wissenschaftlerin. «Wenn relevante Klimarisiken nicht ins Risikomanagement der Unternehmen integriert sind, können auch keine Frühwarnzeichen wahrgenommen und entsprechende Weichenstellungen vorgenommen werden.»
Als zentralen Hebel für einen Zugewinn an Resilienz nennt die Studie die Umsetzung von Kreislaufprozessen. Damit würden in der Regel die Materialeffizienz verbessert, die Kosten gesenkt sowie der CO2-Abdruck und Beschaffungsrisiken durch volatile Lieferketten verringert. Doch blieben die Investitionen wegen einer Finanzierungslücke hinter den Potenzialen zurück. «Die Unternehmen wünschen sich, dass von staatlicher Seite entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen und Hindernisse aus dem Weg geräumt werden», so Laun. «Dazu gehört beispielsweise die Revision von gesetzlichen Bestimmungen, um Kreislaufprozesse und Dekarbonisierung zu fördern.»