Molekulare Bildgebung verbessert das Platzieren von Medikamenten
Luzern - Forschende der Universität Luzern arbeiten an neuen Verfahren molekularer Bildgebung. Dabei sollen mit dem Einsatz schwach radioaktiv markierter Tracer über spezielle tomografische Verfahren Medikamente zielgenau an ihrem Wirkungsort positioniert werden.
Präzisionsmedizin zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Patientinnen und Patienten bei medikamentösen Therapien spezielle Substanzen genau an der Position erhalten, an denen sie wirken sollen. Um dies zu erreichen, verfolgen Forschende der Universität Luzern und der Hirslanden Klinik St.Anna in Luzern jetzt einen neuen Ansatz, mit molekularer Bildgebung die Zielstrukturen für den Medikamenteneinsatz aufzuklären, heisst es in einer Mitteilung.
Dazu nutzen sie unter anderem die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Hierbei werden schwache radioaktive Substanzen, sogenannte Tracer, eingesetzt, die sich an bestimmte Moleküle im Körper anbinden. Auf den tomografischen Aufnahmen lassen sich diese Moleküle – Medikamente – genau abbilden und somit sicherstellen, dass sie an den beabsichtigten Wirkungsort gelangen.
In seiner Studie hat das Team um Martin Walter, Titularprofessor für klinisch-medizinische Wissenschaften und Leiter der nuklearmedizinischen Forschung und Entwicklung an der Hirslanden Klinik St. Anna, Informationen zu mehr als 1600 zugelassenen Medikamenten, über 700 therapeutischen Zielstrukturen, mehr als 4000 molekularen Tracern sowie Daten zur Genaktivität von über 240'000 Patientinnen und Patienten ausgewertet.
Laut der vorgenommenen Auswertung lässt sich etwa die Hälfte der Zielstrukturen bildgebend darstellen. «Unser langfristiges Ziel ist es, die molekulare Bildgebung zu einem festen Bestandteil der Präzisionsmedizin zu machen», wird Martin Walter in der Mitteilung zitiert. «Anstatt sich ausschliesslich auf Gewebeproben oder genetische Analysen zu stützen, können wir therapeutische Zielstrukturen im gesamten Körper sichtbar machen und ihre Veränderungen während einer Behandlung verfolgen.»