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06.01.2026 | Building Technology | Lesezeit: 3 min

Hochschule Luzern testet Hürden in der Stadt digital

Luzern - Das Projekt «Achtung Barriere!» testet, wie Menschen mit Einschränkungen die Stadt erleben und welche Hürden ihren Alltag erschweren. Dabei kommen Mixed-Reality-Anwendungen zum Einsatz. Das Projekt wird von der Hochschule Luzern, Correctiv.Schweiz und zentralplus.ch durchgeführt. Die Resultate sollen künftig Teil der Stadtplanung sein.

Die Hochschule Luzern, das Recherchekollektiv Correctiv.Schweiz - der Schweizer Ableger der deutschen gemeinnützigen Rechercheorganisation Correctiv - sowie das Zentralschweizer Onlinemagazin zentralplus.ch führen haben den Stadtalltag auf Hürden für Menschen mit Einschränkungen durchgeführt.Das Projekt «Achtung Barriere!» will laut einer Medienmitteilung den Stadtalltag von Menschen, die von einer Neurodivergenz betroffen sind, für andere erlebbar machen und zeigen, wie sie ihre Umgebung wahrnehmen. 

In einem ersten Schritt wurde ein virtueller Stadtrundgang entwickelt. Die digitale Anwendung mache es nachvollziehbar, «wie herausfordernd es für eine sehbehinderte Person ist, eine Strasse zu überqueren und wie viel Stress dabei entsteht». Als zweites kommen immersive Mixed-Reality-(MR)-Erfahrungen zum Einsatz, die mit einer speziellen MR-Brille und Kopfhörern ein «Eintauchen in die Szene» ermöglichen, wie der auf Augmented und Mixed Reality spezialisierte Designforscher Tobias Matter erklärt. So werde etwa die multisensorische Überreizung spürbar, die ausgelöst durch «Lärm, Bewegung und der chaotischen Situation einer Baustelle» auf eine autistische Person einwirkt.

In das von der Gebert Rüf Stiftung finanzierte Forschungsprojekt bringen auch Luzernerinnen und Luzernern ihre Erfahrungen mit ein. Auf der zu Correctiv gehörenden Rechercheplattform CrowdNewsroom.org kann die Öffentlichkeit Erfahrungen mit Hindernissen melden. 

Nach den Worten von Pascal Ruedin, Bereichsleiter Projekte beim Tiefbauamt, treffen «fast an jeder Ecke der Stadt verschiedene Perspektiven, Erwartungen und Erfahrungen aufeinander». Die Stadt als Ansprechpartnerin des Projekts verfolgt das Ziel, die unterschiedliche Wahrnehmung in «einen gemeinsamen Austausch zu bringen». Die Ergebnisse sollen für politische Entscheidungsträger eine Grundlage liefern, bei künftigen städteplanerischen Entscheidungen «räumliche Auswirkungen besser nachvollziehen zu können».

Hochschule Luzern