Digitaltag Zentralschweiz 2025
Luzern - Wie viel Mensch braucht die Arbeit der Zukunft? Wann ist künstliche Intelligenz die bessere Wahl – und welche Folgen hat das für Führung, Bildung und Gesellschaft? Über 130 Teilnehmende diskutierten diese Fragen am Digitaltag Zentralschweiz 2025 im Neubad Luzern lebhaft und praxisnah.
Im Mittelpunkt der fünften Ausgabe des Zentralschweizer Digitaltages standen die Transformation der Arbeitswelt durch KI, neue Arbeitskulturen und digitale Kompetenzen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Bildung haben teilgenommen – an einem Programm, das sowohl spannende Vorträge als auch interaktive Workshops bot. Die Teilnehmenden tauschten sich rege aus und führten ihre unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen ins Feld. So wurde der Digitaltag zur erhofften Plattform der verschiedensten Denk-, Business- und Managementrichtungen, in denen Kultur, Mensch und Geist einen wichtigen Platz einnehmen.
Ein Forum von Stadt und Kanton getragen
Regierungsrat Fabian Peter betonte in seinem Grusswort die Bedeutung des vom Kanton Luzern unterstützten Digitaltags: «Er ist eine wichtige Wissens- und Anlaufstelle in der Zentralschweiz, welche die Digitalisierung erklärt und die richtigen Akteure zusammenbringt.» Der vom Kanton und der Stadt Luzern unterstützte Verein digitalswitzerland Zentralschweiz entstand aus einer Unternehmerinitiative und wird heute aktiv von Bildungsinstitutionen und Verwaltungen mitgestaltet.
Deep Dives in Wirtschaft, Verwaltung und Bildung
Unter der Moderation von Bruno Affentranger, Präsident von digitalswitzerland Zentralschweiz, gaben führende Köpfe aus Wirtschaft und Technologie Einblicke in den Digitalisierungsgrad ihres Unternehmens. René Raeber (CTO Microsoft Schweiz), Thomas Bergen (CEO getAbstract) und Vito Critti (CEO Convotis) zeigten Chancen und Herausforderungen der künstlichen Intelligenz auf.
Thomas Bergen sprach begeistert über die Möglichkeiten der Technologie, warnte aber: «Wer KI nicht aktiv in seinem Unternehmen einsetzt, riskiert, den Anschluss zu verlieren.» Ausserdem kündigte er den Start eines neuen Unternehmens an – Verify –, das sich dem weiten Feld der Überprüfung und des Verifizierens von Daten oder Informationen widmen wird, aufgrund derer die KI überhaupt korrekt lernen könnten.
Einen ähnlichen Appell an den Mut und die Zuversicht gegenüber der neuen Technologie fordert Dr. Andreas Imthurn vom Berliner KI-Unternehmen Merantix, der mehr Experimente sehen möchte. Sein Credo: «KI verdrängt uns nicht, sie verwandelt uns – vom Entscheider zum Kurator, vom Schöpfer zum Regisseur komplexer Systeme.»
In drei praxisnahen Workshops konnten die Teilnehmenden im Anschluss verschiedene KI-Anwendungen kennenlernen und Erfahrungen austauschen. Ein zentrales Fazit: Digitalisierung vereinfacht Prozesse, schafft Ressourcen und setzt dringend benötigte Kapazitäten frei – ein Gewinn für Wirtschaft und Verwaltung gleichermassen.
Quantencomputer als Zukunftstreiber
Den Abschluss bildete Damir Bogdan, Strategiechef von Quantum Basel, einem Kompetenzzentrum für Quantum Computing und KI. Bogdan führte das Publikum in die Welt der Quantencomputer, von denen nur 50 weltweit existieren – einige Versionen davon in Basel. Die Technologie ermögliche ultraschnelle Berechnungen und die effiziente Lösung komplexer Logistikprobleme. Das mit 500 Millionen Franken von einer Basler Familienstiftung aufgebaute Zentrum geniesst internationalen Ruf und stärkt die KI-Kompetenz der Schweiz. Bogdan betonte aber: «China meldet den grössten Teil der KI-Patente an. Wir müssen aufholen – unsere Chancen liegen in Bildung, Struktur und politischem Willen. Dafür müssen wir in der Schweiz alle zusammenarbeiten.»
Quelle: Communiqué Digitaltag 2025