Axiom Space und ESA vereinbaren Kooperation
Luzern/Houston/Paris - Axiom Space und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) erweitern den europäischen Zugang zum erdnahen Orbit für die Zeit nach der Internationalen Raumstation (ISS). Angedacht sind gemeinsame Forschung sowie Flugmöglichkeiten und Trainings für europäische Astronauten.
Axiom Space und die ESA haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Wie es in einer Mitteilung von Axiom heisst, werden beide Organisationen die Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Weltrauminfrastruktur, der Forschung und der kommerziellen Aktivitäten im erdnahen Orbit ausloten.
Hintergrund ist, dass die ISS 2030 ausser Betrieb genommen wird. Danach beginnt die Ära der kommerziellen Raumstationen, für die sich die ESA und das auf die bemannte Raumfahrt fokussierte Unternehmen Axiom nun auch mit dieser Absichtserklärung wappnen. Axiom hat seinen Hauptsitz in Houston im US-Bundesstaat Texas und unterhält seit Juni 2026 eine Niederlassung in Luzern.
«Der Weg zu einer nachhaltigen menschlichen Präsenz im Weltraum führt über internationale Zusammenarbeit – zuverlässige Lieferketten, gemeinsame Innovationen und Partner mit echter Kompetenz», wird Dr. Jonathan Cirtain, CEO und Präsident von Axiom Space, zitiert. «Europas Beiträge zur Mikrogravitationsforschung und zur Tiefraumtechnologie machen die ESA zu genau diesem Partner.» Axiom freue sich darauf, die ESA und ihre Mitgliedstaaten als Kunden für zukünftige Astronautenmissionen begrüssen zu dürfen.
Laut der Vereinbarung könnte Europa auch die bereits im Bau befindliche Raumstation von Axiom nutzen, Axiom wiederum die europäischen Dienste zur Frachtrückführung. Durch das internationale Netzwerk der Axiom Space University Alliance wird die ESA ausserdem die Möglichkeit haben, zur europäischen akademischen Forschung beizutragen und diese voranzutreiben sowie globale Forschungsprioritäten mitzugestalten. Auch eine Zusammenarbeit bei den Raumanzügen von Axiom Space ist angedacht.
Das jetzt unterzeichnete Dokument unterstreicht laut Daniel Neuenschwander, Direktor für bemannte und robotische Exploration der ESA, sowohl deren Engagement, «unserem europäischen Astronautenkorps weiterhin Flugmöglichkeiten zu bieten, als auch das wachsende Interesse internationaler Partner an unserem laufenden Projekt zur Entwicklung eines autonomen europäischen Frachtraumschiffs».