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04.03.22 | 2 min

«Wir möchten einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.»

Um die drohende Winterstromlücke abzuwenden, sollen gemäss Plänen von Umweltministerin Simonetta Sommaruga bis 2025 in der Schweiz zwei bis drei Gaskraftwerke entstehen. Ein erstes könnte auf dem Areal der Papierfabrik in Perlen realisiert werden. Peter Schildknecht, CEO der CPH Chemie + Papier Holding AG, ist der Kopf hinter dieser Idee.

Herr Schildknecht, wie ist die Idee aufgekommen, dass auf Ihrem Areal ein Gaskraftwerk gebaut werden könnte?

Der Produktionsstandort der Perlen Papier AG existiert seit beinahe 150 Jahren und basiert im Grunde auf einem Wasserkraftwerk, das August Bell für die Papierfabrik am Reusskanal errichtet hat. Der Umgang mit Energie als zentraler Input-Faktor unserer Produktion ist sozusagen in unsere DNA übergegangen. Am Standort betreiben wir zudem bereits ein Biomassekraftwerk. Als Standort für ein Gaskraftwerk hat Perlen diverse Vorteile: Es ist geografisch zentral gelegen und es hat auf dem bestehenden Industrie-Areal genügend Platz. Eine Pipeline zur Versorgung mit Gas besteht in unmittelbarer Nähe und der Strom kann im nahe gelegenen Unterwerk Mettlen ins Hochspannungsnetz eingespeist werden. All diese Faktoren ermöglichen im Vergleich zu anderen Standorten eine relativ rasche Realisierung bzw. Anbindung.


Welche Chancen und allfälligen Herausforderungen würden sich durch dieses Projekt für die CPH ergeben?

Perlen Papier ist die einzige Herstellerin von Zeitungsdruckpapieren in der Schweiz und systemrelevant. Da rund um die Uhr produziert wird, ist das Werk auf eine verlässliche Energieversorgung angewiesen. Von der KVA Renergia beziehen wir bereits Dampf. Mit dem Gaskraftwerk können wir einer drohenden Stromlücke im Winter begegnen und die Stromversorgung sicherstellen.


Fläche ist grundsätzlich etwas Knappes. Würden Sie sich durch den Bau eines Gaskraftwerks nicht vielleicht eine Chance vergeben, den Boden anderweitig zu nutzen?

Unsere Fläche wird nach langfristig-strategischen Überlegungen genutzt. So haben wir im Spätsommer 2021 bekannt gegeben, dass wir mit der Schilliger Holz AG bei einem Produktionswerk für Holzfaser-Dämmplatten strategisch zusammenarbeiten und unter anderem eine Landfläche von 20'000 m2 im Baurecht abgeben. Glücklicherweise verfügen wir über genügend Fläche für weitere strategische Allianzen.


Das bekundete Interesse am Bau eines Gaskraftwerks auf dem eigenen Areal bedeutet natürlich automatisch ein politisches Statement – wie gehen Sie damit um?

Wir werden in der Schweiz bereits 2025 mit Stromlücken konfrontiert sein, namentlich in den Wintermonaten. In den nächsten Wochen und Monaten wird eine politische Diskussion zu führen sein, wie wir diesem Umstand begegnen wollen. Die CPH-Gruppe hat einen optimalen Standort für ein Gaskraftwerk in Perlen und wir sehen es auch als Verantwortung an, einen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz mit Energie zu leisten.


Die CPH-Gruppe steht seit 200 Jahren für industrielle Kompetenz, Innovation und Nachhaltigkeit in den Bereichen Chemie, Papier und Verpackung. Die CPH betreibt Produktionsstandorte in der Schweiz, in den USA, Deutschland, Bosnien-Herzegowina, Brasilien und China und ist mit Vertriebsgesellschaften und Agenten weltweit präsent. Der Hauptsitz ist in Perlen. 


Auf der Website der CPH-Gruppe lesen Sie Medienberichte zu den Gaskraftwerk-Ideen von Peter Schildknecht.