01.12.2020

Beutler Nova fährt Rekordauftrag ein

 

2020 wird als gutes Jahr in Erinnerung bleiben. Das darauffolgende könnte das Beste der bisherigen Firmengeschichte werden. Verantwortlich dafür ist ein grosser Auftrag aus der Autoindustrie. Nun baut das Gettnauer KMU seinen Personalbestand aus.


Die Wirtschaft ächzt unter der Coronakrise, Hiobsbotschaften machen die Runde. Nicht so bei der Beutler Nova AG. «Das Jahr 2020 läuft gut», sagt CEO Adrian Achermann. «Selbst im März und April haben wir Maschinen verkauft.» Einmal mehr zeige sich, «wie gut es ist, breit aufgestellt und für verschiedene Branchen tätig zu sein.» Insbesondere im Baunebengewerbe sowie der Verpackungsindustrie ist die Nachfrage nach wie vor gross.

Das Gettnauer KMU produziert C-Gestell- und Kompaktpressen mit einer Presskraft von bis zu 500 Tonnen. Damit stellen Abnehmer verschiedenste Produkte her: vom Essbesteck über Kapseln für Kaffeemaschinen bis hin zu Schlosszungen für Sicherheitsgurten in Fahrzeugen. Im Automobilsektor sind Kunden in erster Linie Zulieferer der grossen Hersteller. Hier findet derzeit ein massiver Wandel statt – Stichwort Elektromobilität. «Unsere Kunden müssen nun schnellstmöglich ihre Lieferketten anpassen», so CEO Achermann. Die Beutler Nova AG bietet dazu Hand. «Wir haben bereits erste Projekte im Rahmen der Elektromobilität umgesetzt.»

 

Grösster Auftrag der Firmengeschichte

Aus dem Automobilsektor kommt auch der Rekordauftrag, den das Unternehmen diesen Herbst einfahren konnte. Es ist der grösste der Firmengeschichte. Den Namen des Kunden dürfen die Gettnauer nicht verraten. Nur so viel: Im kommenden Jahr produzieren sie 13 Umformpressen mit einem Gewicht von jeweils 82 Tonnen – es handelt sich um das zweitgrösste Produkt der Beutler-Palette. Allesamt werden sie auf begleiteten Schwertransporten nach Deutschland geliefert.

«Das macht Freude und ist gleichzeitig eine logistische Herausforderung », sagt Adrian Achermann. Der Auftrag ist so gross, dass das Unternehmen neue Mitarbeitende braucht, vorab Monteure. Konkret wird die Mannschaftsgrösse von heute 53 auf 60 wachsen. Rekrutiert wird in den Berufen Automatiker, Elektriker, Mechaniker oder Polymechaniker. Alle Neueingestellten durchgehen eine Schulung am Arbeitsplatz. Denn eine Lehre als Pressenbauer gibt es nicht.

 

Mitarbeiter reden bei der Anstellung mit

Beim Engagement neuer Teammitglieder reden deren zukünftigen Arbeitskollegen ein gewichtiges Wort mit. «Nicht ich stelle sie ein, sondern unsere Angestellten », sagt Adrian Achermann. Selbstredend unterschreibt letztlich er den Arbeitsvertrag, massgebend ist aber der Probetag: Man arbeitet zusammen und isst gemeinsam. «So sieht das Team, ob jemand passt oder nicht.»

Wird man sich einig und eine neue Arbeitskraft stösst zu Beutler Nova, kann sie sich auf eine Stelle in einem modernen und familiären Betrieb in der Luzerner Landschaft freuen. Doch die Lage abseits der Zentren täuscht: Das Gettnauer Unternehmen ist Teil eines deutschen Konzerns und in einem internationalen Umfeld tätig ist. Die Zugehörigkeit zur Schuler Gruppe war denn auch massgeblich verantwortlich für den Rekordauftrag. «Als eigenständige Firma hätten wir ihn kaum erhalten», sagt Adrian Achermann.

 

Beutler Nova bildet wieder Lernende aus

Hier wird an der Zukunft gebaut: Seit diesem Sommer bildet Beutler Nova wieder Lernende aus. Fortan soll alle zwei Jahre ein/e angehende Automatiker/in EFZ zum Team stossen. In Gettnau lernen sie unter anderem Maschinen in Betrieb zu nehmen oder Programme für sie zu schreiben. Für diese Ausbildung sind die Voraussetzungen im Betrieb ideal. Jährlich bietet Beutler Nova zudem eine Praktikumsstelle für Absolvierende der Wirtschaftsmittelschule an. «Wir brauchen Fachkräfte.

Es liegt in der Verantwortung der Firmen, sich um ihre Ausbildung zu kümmern», sagt CEO Achermann. Er weiss, wovon er spricht: Seine Lehre hatte er seinerzeit im Vorgängerunternehmen absolviert, der Beutler AG in Willisau.

 

Gettnau als Tor zur Welt

Hier wird für die Welt gebaut: Zwischen 70 und 80 Prozent der hergestellten Maschinen gehen in den Export. Auf jedem Kontinent arbeitet mindestens ein Produkt der Beutler Nova AG. So liegt es auf der Hand, dass Angestellte wiederholt im Ausland tätig sind. Vorab um neue Pressen bei Kunden zu installieren. Solche Einsätze dauern je nach Grösse einer Maschine zwischen einer bis drei Wochen. Sie sind klarer Bestandteil der Anstellung. Pro Jahr gibt es 40 bis 50 Inbetriebnahmen. Dazu Adrian Achermann: «Unsere Mitarbeiter können in der Luzerner Landschaft arbeiten und haben gleichzeitig das Tor zur Welt offen.»

 

Legende

Bild 1: Das Team der Beutler Nova AG freut sich auf den Grossauftrag.

Bild 2: Monica Mattmann, CFO und Adrian Achermann CEO


Beutler Nova AG



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