15.05.2020

Destillerie Studer produziert Desinfektionsmittel

 

Escholzmatt LU - Die Escholzmatter Destillerie Studer stellt während der Corona-Krise Desinfektionsmittel statt Schnaps her. Damit hilft sie, die hohe Nachfrage zu decken. Aus der Krisenlösung könnte künftig eine neue Sparte beim Unternehmen entstehen.

 

Die Destillerie Studer stellt an ihrem Standort in Escholzmatt bereits seit mehr als 130 Jahren Schnäpse, Edelbrände und Liköre her. Während der Corona-Krise hat der Familienbetrieb die Produktion von Desinfektionsmittel aufgenommen, wie aus einem Artikel der „Luzerner Zeitung“ hervorgeht. Der schnelle Umstieg wurde dank einer Sonderbewilligung des Bundes möglich. Diese erlaubt sämtlichen gewerblichen Brennereien, selbst Desinfektionsmittel nach vorgegebenem Rezept der Weltgesundheitsorganisation herzustellen.

 

Die Destillerie Studer produziert ihre Desinfektionsmittel den Angaben zufolge auf Basis von Träsch, der aus diversem Fallobst gebrannt wird. „Träsch ist in der Herstellung nicht besonders teuer, weshalb er sich gut für die Produktion von Desinfektionsmittel eignet“, erklärt Jonathan Schönberger, Schwiegersohn der Inhaber der Destillerie Studer, im Artikel. Der Alkohol wird durch das Hinzufügen von Kampfer ungeniessbar gemacht. Damit entfalle die Alkoholsteuer.

 

Mit der Herstellung von Desinfektionsmittel hilft die Destillerie Studer nicht nur, die hohe Nachfrage zu decken. Das Unternehmen kann damit auch auf die Anmeldung von Kurzarbeit verzichten. „Da bis Anfang dieser Woche sämtliche Bars, Restaurants und Hotels geschlossen waren, ist unser Umsatz massiv gesunken“, so Schönberger.

 

Aus der Krisenlösung könnte künftig sogar eine neue Sparte beim Unternehmen entstehen. „Wir denken darüber nach, die Schiene weiterzuverfolgen“, sagt Schönberger. Ein Desinfektionsmittel mit gutem Geruch und in schöner Flasche sei definitiv ein Nischenprodukt.


Distillerie Studer & Co AG



zurück zur Übersicht